<< Petersburger Notizen Nach dem Traineejahr >>



 

 

Soeben erreichte mich ein netter Text aus Peru, den ich an dieser Stelle als Gastbeitrag veröffentlichen darf. Geschrieben hat ihn meine Traineekollegin Maureen Bähr von ASM-WB, die für ihr Auslandsprojekt gemeinsam mit Robert Georg (IFM-PG2) nach Südamerika geflogen ist. Viel Spaß beim Lesen! -Felix

 

Hola a todos los lectores del nuestro Traineeblog

 

Nun sind wir an der Reihe, von unserem Auslandsprojekt in Lima zu berichten. Mittlerweile haben wir uns sehr gut eingelebt und können uns nicht vorstellen bald wieder nach Hause zurück zu kehren. Doch so fing alles Mitte März an….

Nach einem anstregenden Flug über den grossen Teich sind der Robert und ich endlich im feuchten, warmen Lima angekommen. Auf den Strassen herrscht das reinste Chaos, da lieber gehupt als geblinkt wird und eine rote Ampel noch lange keine rote Ampel ist. Zwischen den Autos laufen Zeitung-, Snack- und Getränkeverkäufer herum, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wir wohnen genau in der Mitte zwischen dem touristischen Zentrum “Miraflores “ und dem Flughafen Jorge Chávez in dem schönen Stadtteil “Magdalena del Mar” (Er heist nicht nur “del Mar”…nein, er liegt auch direkt am Mar). Von dort aus werden wir jeden Morgen vom LAP-Bus (Lima Airport Partners) abgeholt und zum Airport gebracht.

Zu Gast auf dem Flugzeugfriedhof im Rahmen unserer privaten Flughafenrundfahrt

 

Robert arbeitet in der “Gerencia de Infraestructura”, die sich mit der Planung, Durchführung und Überwachung von Infrastrukturinvestitionen und deren Qualitätssicherung beschäftigt. Ich habe die ersten Wochen bei der “Gerencia de Administración y Finanzas” gearbeitet und mich mit der Sichtung aktueller Capex-Projekte beschäftigt (Salas de embarque y remotas, cerco perimetrico y la Playa de estacionamiento, etc.). Aktuell sitze ich jetzt auf der “Plataforma”, dem Vorfeld bei der “Gerencia Central de Operaciones”.

Ich begleite meinen Chef unter anderem zu Auditorien mit ansessigen Cateringfirmen und nehme Abferitigungsprozesse der Flugzeuge unter die Lupe. Die peruanischen Kollegen sind wirklich herzlich, hilfsbereit und sehr gedulig. Ich glaube es liegt in der Natur der Peruaner, alles etwas ruhiger angehen zu lassen. “Tranquilo señorita” Mein gesamter Alltag spielt sich am Flughafen, sowie in der Freizeit nur noch auf Spanisch ab. Lustige Missgeschicke sind somit vorprogrammiert. Das beliebteste Problem ist immer…”war das gestern” oder “machen wir das erst nächste Woche”. Da rächt es sich nun, dass ich beim Thema “Zeitformen” in der Schule nie aufgepasst habe.

Meine Kollgen aus der Gerencia de Finanzas an meinem Geburtstag

 

Die Peruaner sind ein sehr familiäres und gastfreundliches Volk. So wurden Robert und ich bereits mehrfach privat zu unseren Kollegen eingladen. Es wird gefeiert, getanzt und viel gelacht…(weil man mal wieder etwas missverstanden hat) Robert wird auch bereits als “high potential” im ansässigen Fussballverein gehandelt.

An den Wochenenden reisen wir quer durch das wunderbare Perú. Das Land bietet eine atemberaubende Vielfalt an Dschungel, Wüste, Berglandschaften sowie wunderschönen Stränden. Besonders beeindruckend war der Aufstieg zur Spitze des Huayna Pichu, mit seinen extrem riskanten Wanderwegen (das sind keine Wanderwege…das sind eher die devils steps to hell) am Rande des Abgrundes. Auch wenn wir diesen Berg schon 1000x auf Ansichtskarten von Machu Picchu gesehen haben, war der Ausblick von dort oben einfach unbeschreiblich und die Strapazen wert.

Fluggi zu Gast auf Machu Picchu

 

Was wir sonst noch so den ganzen Tag treiben…ESSEN! Vom “desayuno” über das “almuezo” bis hin zum “cena” wird nur vom feinsten geschlemmt. Typische Speisen und Getränke sind Anticucho (Rinderherzen), Camote (Süsskartoffel), Ceviche (roher Fisch mit Limette und Zwiebeln *yummy*), Arroz con Pollo (Hähnchen mit Reis…das essen sie hier am aller liebsten und immer und überall), Chicha Morada (dickflüssiges Geränk aus einem speziellen, dunklen Mais) sowie die Inka Kola (neon gelbe Brause, die nach Gummibärchenpipi schmeckt). Die gute alte deutsche Tischmanier ein Essen gemeinsam zu beginnen und zu beenden existiert hier nicht, daher werden wir oft schief angesehen, wenn wir nicht sofort mit dem Reinspachteln beginnen, sobald das Essen vor unserer Nase steht.

Das Auslandsprojekt im Rahmen des Traineeprogramms kann ich bereits jetzt als vollen Erfolg werten. Die Erfahrungen, die ich hier sammle sind einfach unersetzlich. Der Abschied wird mir sehr schwer fallen. Aber wer weiss…mit der anstehenden Expansion des Aeropuerto Internacional Jorge Chávez steht sicher die ein oder andere Tür offen, um eines Tages nach Lima zurück zu kehren.

 

 

Muchos Saludos y abrazos de Lima,

Maureen


 

{trackback_total} TrackbacksPermalink


 

2 Kommentare zu "Gastbeitrag: Lima":


1. Johannes Unverferth

Montag, 19. Mai 2014 um 16:45 Uhr

Kommt man auch irgendwie von euch (FRA) dort hin? Ich würde es mir eventuell gerne mal ansehen. Dies würde mich sehr interessieren.
Vielen Dank Johannes


 

2. Felix

Montag, 01. Dezember 2014 um 10:23 Uhr

Meinst du mit dem “Ansehen” der Flughafen Lima als Arbeitgeber oder Peru als touristische Destination?

Zum ersten: Es werden immer mal wieder intern bei uns Stellen für Lima ausgeschrieben, verbunden mit einem längeren Auslandsaufenthalt.

Zum zweiten: Eine Direktverbindung FRA-LIM gibt es aktuell nicht. Mit einem Zwischenstopp kann man über Paris, Madrid oder Amsterdam fliegen. Air France/KLM oder Iberia wären dann deine Airlines.


 



Kommentar schreiben:



Name (notwendig):


Email (notwendig, wird aber nicht angezeigt):




Smileys


Daten f?r weitere Kommentare behalten?


Bestätigen Sie bitte das untenstehende Wort: