Geschrieben von Franziska – Bachelor of Arts Luftverkehrsmanagemen am Mittwoch, 09. August 2017 in Bachelor of Arts Luftverkehrsmanagement um 15:52 Uhr

 

 

Tobias Kazda berichtet:

Der Unterscheid zwischen Lamas und Alpakas ist für den Nicht-Peruaner kaum zu erkennen. Um ehrlich zu sein wusste ich auch zunächst nicht, was denn diese beiden flauschigen Vierbeiner so direkt unterscheidet, sehen sie sich doch einfach zu ähnlich. Am Ende meines viermonatigen Auslandsaufenthaltes in Lima konnte ich jedoch jedem Unwissenden genau erklären, dass die beiden ähnelnden Tierarten doch unterscheiden.

 

Aber der Reihe nach: Ich gehöre auch zu den dualen Studenten im Studiengang Luftverkehrsmanagement bei der Fraport AG. Ich habe mein Studium im September 2014 begonnen und bin dementsprechend gerade im Endspurt! Ein Teil dieses Studienprogrammes beinhaltet einen Auslandsaufenthalt in einer der zahlreichen Beteiligungen der Fraport AG weltweit. Für mich war Südamerika schon immer ein faszinierender Teil dieser Erde. Folglich war für mich schnell klar, dass ich unbedingt meinen Auslandsaufenthalt in Peru, bei unserer Beteiligung Lima Airport Partners absolvieren will. Umso größer war dann die Freude, als meine Kollegin Nadine und ich die Zusage bekamen, unseren vierten betrieblichen Studienabschnitt südlich des Äquators zu absolvieren.

 

Ein Tier auf der Startbahn in Frankfurt verzögerte den Start unserer Zubringermaschine von KLM und ermöglichte uns nochmal eine kleine Runde Sport (Sprint durch das Terminal in Amsterdam), bevor es für 14 Stunden im Flugzeug nach Lima gehen sollte. Im Flieger ankommen wuchtete ich, unter den belustigten Augen von Nadine, gekonnt meine 2,01 Meter in einen Schalensitz der Eco, um Minuten später doch recht verzweifelt bei der Stewardess zu fragen, ob sie eventuell doch einen ein Plätzchen mit ein bisschen mehr Beinfreiheit hätten. Zum Glück wurde dies bejaht!

 

In Lima angekommen wurden wir von einem Taxifahrer abgeholt, welchen unsere Unterkunft organisiert hatte. So machten wir die erste Erfahrung mit dem peruanischen Großstadtverkehr, welcher (nennen wir es) intensiv ist und selbst die kühnste Vorstellung von dichtem Berufsverkehr übersteigt. Unser Taxifahrer begegnete diesem gekonnt mit einem lässig-südamerikanischem Fahrstil und brachte uns sicher in unsere Unterkunft - eine Art Studentenwohnheim, in welchem Studenten und Internationals aus aller Welt lebten.

 

Am nächsten Morgen ging es direkt zum ersten Arbeitstag an den Flughafen von Lima. Nach kurzen Formalitäten und einer Einweisung lernten wir die jeweiligen Fachabteilungen kennen: Nadine war im Bereich Operations eingesetzt. Ich würde meine nächsten Monate in der Finanzabteilung verbringen. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch die Kollegen bahnte sich schon das nächste Problem an: Mein Schulspanisch, welches noch in den Monaten vor Abflug durch einen Sprachkurs gefestigt wurde… Es kam aufgrund des Akzents der Peruaner und einem flotten Sprachtempo dann doch recht schnell an seine Grenzen. Deshalb erfolgten Konversationen zunächst auf „Spanglisch“ (Mischung aus Englisch und Spanisch).

 

Insgesamt ist der „Aeropuerto Internacional Jorge Chávez“ ein recht beschaulicher Flughafen, zumindest im Vergleich zu Frankfurt. Im letzten Jahr flogen rund 18,8 Millionen Passagiere über Lima. Nichtsdestotrotz zeichnet sich der Flughafen durch oft zweistellige Wachstumsraten in Passagierzahlen als absoluter Profit-Garant für die Fraport AG aus. Der Flughafen mit dem IATA-Rufzeichen „LIM“ wird von der schon genannten Tochtergesellschaft „Lima Airport Partners S.R.L.“ betrieben. Im Zeitraum von 2009 bis 2015 wurde der Flughafen mit zahlreichen Skytrax Awards für den besten Flughafen in Südamerika ausgezeichnet. In den nächsten Jahren soll darüber hinaus ein neues Terminal entstehen, um den immer weiter wachsenden Passagierzahlen gerecht zu werden.

 

Neben der Arbeit war jedoch natürlich unser Ziel, möglichst viel von Lima und ganz Peru kennen zu lernen. Deshalb ging es am folgenden Wochenende direkt in das historische Zentrum von Lima. Die peruanische Hauptstadt war, wie viele andere Städte in Südamerika, eine ehemalige spanische Kolonialstadt mit sehr vielen gut erhaltenen, historischen Gebäuden. Neben dem historischen Zentrum bietet Lima auch durch seine Steilküste, das „Malecon“, auch in Meeresnähe tolle Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen. Dort befindet sich auch der Stadtteil „Miraflores“ in dem es neben einem direkt in die Steilküste gebauten Einkaufszentrum mit Namen „Lacomar“ auch sehr schöne Möglichkeiten zum Ausgehen gibt.

 

Trotz sehr intensiven Arbeitswochen wollten wir natürlich auch mehr von Peru sehen. Mit unseren „Roommates“ aus aller Welt wurden deshalb recht schnell Pläne für die Wochenenden geschmiedet. Was folgte waren Ausflüge in die Oasenstadt „Huachachina“ und einen Wochenendausflug in die Anden nach „Huaraz“. Besonders der Andenausflug stellte sich aufgrund der enormen Höhe als größere Herausforderung dar, da man in dem südamerikanischen Gebirge schnell Höhen um die 4000 bis 5000 Meter erreicht und dort die Luft ganz schön dünn wird. Dementsprechend machten wir recht schnell Erfahrung mit der Höhenkrankheit. Eine weitere eindrucksvolle Kurzreise machten wir nach „Iquitos“, ins Amazonasgebiet. Dort verbrachten wir mit unseren Roommates aus der Unterkunft drei Nächte im tiefsten Urwald.

 

Neben tollen Sehenswürdigkeiten hatte Peru auch kulinarisch Einiges zu bieten. Neben dem traditionellen Fischgericht „Ceviche“ ist die peruanische Küche vor allen Dingen sehr fleischhaltig. Oft gingen wir mit Kollegen aus Lima noch am Freitag nach der Arbeitswoche essen. Mein Leibgericht: „Lomo Saltado“ (Rindfleisch in einer Soja-Marinade). Zudem fanden die Konversationen mittlerweile, danke verbessertem Sprachniveaus unsererseits, fast vollständig auf Spanisch statt.

 

 

Aufgrund der vollen Arbeitswochen und des straffen Programmes verflog die Zeit viel zu schnell. Nach einem sehr herzlichen Abschied der Kollegen in Lima wartete jedoch noch ein weites Highlight: Eine Rundreise durch den Süden von Peru. Neben dem Besuch kolonialer Städte wie Arequipa, aber auch des weltweit tiefsten Canyons, des Colca-Canyons und dem berühmten Titicaca-See durfte natürlich eine Sehenswürdigkeit nicht fehlen: „Machu Picchu“. Generell ist über Peru zu sagen, dass zumindest in dem touristischen Gebieten die Infrastruktur sehr gut ausgebaut ist. Man gelangt doch viel einfacher als gedacht von einem Ort zum Anderen.

 

Und nun zum Wichtigsten: Der Unterschied zwischen einem Lama und einem Alpaka. Lamas sind doch deutlich größer und schwerer. Dazu ist das Fell bei Alpakas deutlich dichter und flauschiger, was das Fell zu einem idealen Material zur Herstellung von warmen Kleidungsstücken macht (z. B. Alpaka-Pullover). Was beide Tierarten jedoch gemeinsam haben: Wenn sie sich attackiert oder genervt fühlen, dann spucken sie! Solltet ihr also mal einem der beiden Tiere begegnen…Vorsicht!!!

 

In diesem Sinne,:

Adios, y nos vemos pronto!


 

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